Neues aus dem OSI

VON MATTHIAS TANG

Land Berlin kürzt Zuschüsse – zwei OSI-Professuren müssen wegfallen

Mit dem Doppelhaushalt 2026/27 hat das Berliner Abgeordnetenhaus Kürzungen in den Etats der Berliner Hochschulen beschlossen. Dies bleibt nicht ohne Folgen für den Fachbereich Politik und Sozialwissenschaften und das OSI: Zwei Professuren müssen im Strukturplan gestrichen werden. 

Eine davon ist die Professur „Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Maghreb, Mashreg und Golf“ von Cilja Harders, die nach ihrem Ausscheiden nicht wieder besetzt werden wird. Dafür wird die vorhandene Professur „Politik und Gesellschaft in Afrika“ von Anja Osei dauerhaft gesichert und die Professur „Friedens- und Konfliktforschung“ soll bei der Neu-Ausschreibung einen regionalen Schwerpunkt zu Maghreb, Mashreq und Golf oder Westasien- und Nordafrika erhalten.

Darüber hinaus wird die Professur „Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit“ von Philipp Lepenies aus dem Strukturplan gestrichen. Sowohl das Professorium wie auch der Institutsrat halten das Thema „Nachhaltigkeit“ dennoch für ein wichtiges Zukunftsthema, das perspektivisch als Querschnittsthema vom gesamten Kollegium umgesetzt werden soll.

Es wird bis Ende der 30er Jahre dauern, bis diese Kürzungen endgültig vollzogen sein werden. Der Geschäftsführender Direktor des OSI, Thomas Rixen, betont, dass die Einschnitte schmerzhaft seien und sämtliche Strukturkürzungen vom Institut nicht gewollt werden. Der Institutsrat erklärte, dass er die vom Präsidium geforderten Kürzungen ebenfalls grundsätzlich ablehnt, aber mit der vorgeschlagenen Lösung leben kann. Er appelliert, die betroffenen Themenfelder – Umwelt- und Klimapolitik, Nachhaltigkeit, Nahost – in der Lehre zu erhalten. 

Nora Schimming Promenade beschlossen

Die Promenade direkt hinter dem OSI, die entlang des U-Bahngrabens bis zur Clayallee reicht, soll nach Nora Schimming benannt werden. Das hat jetzt die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf beschlossen – nur die AfD war dagegen.  Nora Schimming war Studentin der FU, kämpfte für die  Unabhängigkeit Namibias und kam als dessen erste Botschafterin zurück nach Deutschland.  

Die Idee, Nora Schimming mit einer Straße in Dahlem zu ehren, hatte die OSI-ZEITUNG 2022 verbreitet. Der ursprüngliche Plan war, die nach einem deutschen Kanonenboot benannte Iltisstraße umzubenennen. Die Ilits hatte unter Kapitän Lans im Jahr 1900 zur Niederschlagung des sogenannten Boxeraufstandes in China beigetragen – durch Beschuss des Forts Taku. 

Diese Idee fand zwar breite Unterstützung in der FU und weit darüber hinaus, wurde im Bezirksparlament aber von AfD, CDU und FDP abgelehnt. Es gelang dann aber, auch die CDU für den neuen Vorschlag zu gewinnen,  die Promenade entlang der U-Bahn Nora Schimming zu widmen: Mit ihr kam sie vom Studentenheim Siegmunds Hof ins OSI. Ihre in Berlin geborene Tochter Esi, im Dezember als erste Frau dauerhaft in den Supreme Court von Namibia gewählt, will zur Benennungsfeier nach Berlin kommen.

Wahl der FU-Kanzlerin

Am 11. Februar, nach Erscheinen dieser Ausgabe der OSI-Zeitung, wird der erweiterte Akademische Senat der FU eine neue Kanzler:in wählen. Zur Wahl steht alleine Andrea Güttner, die 2021 zur Kanzlerin gewählt wurde, jedoch nur mit Wahrnehmung der Amtsgeschäfte beauftragt werden konnte. Grund dafür ist ein langjähriger Rechtsstreit mit ihrer Vorgängerin, die wegen verschiedener Vorwürfe zwangsbeurlaubt wurde. Das Oberverwaltungsgericht hat unlängst entschieden, dass trotz des noch nicht abgeschlossenen Rechtsstreits eine reguläre Neuwahl zulässig ist. Güttner hat unter anderem am OSI studiert und war vor ihrer Tätigkeit als Kanzlerin in verschiedenen Managementpositionen tätig.

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