„Wie eine Wundertüte“
Abendschau-Moderatorin Leonie Schwarzer erinnert sich ans Studium
VON JUDITH WICKE
„Vielfalt, Freundschaften, Eintauchen in spannende Themen“ – so beschreibt Leonie Schwarzer ihre Zeit am OSI. Dass sie Politik-Journalistin werden möchte, stand für sie schon in der 9. Klasse fest: „Alles, was uns umgibt, hat zumindest im entfernten Sinne etwas mit Politik zu tun und das zu durchdringen und verständlich zu machen, fand ich schon immer spannend“. Als sie 2016 aus Dortmund für ihren Master ans OSI kam, hatte sie einen Bachelor in Journalistik und Politikwissenschaften in der Tasche und bereits viel journalistische Erfahrung gesammelt. Von Beginn an hat Leonie Schwarzer in verschiedenen Redaktionen gearbeitet und Praktika gemacht: zum Beispiel bei einer Lokalzeitung in Dortmund, beim ZDF oder der dpa. Während ihrer Zeit am OSI arbeitete sie schon parallel als Reporterin und Redakteurin beim rbb. Das Studium war für sie ein wichtiger Ausgleich zur Arbeit im tagesaktuellen Journalismus, der selten Zeit für intensive Recherche bot. Da war es ein „toller Luxus“, am OSI in Büchern wühlen zu können und in Ruhe eine Hausarbeit zu schreiben.
Eine der Kernkompetenzen von Journalist:innen soll es ja sein, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und verständlich zu vermitteln. Dabei hilft der 34-Jährigen das Studium am OSI bis heute. Dort habe sie gelernt, gründlich zu recherchieren und Methoden und Studien kritisch zu hinterfragen. Durch das breite Seminarangebot („das war wie eine Wundertüte“) kam sie bereits im Studium mit vielen Themen, die ihr im Beruf begegnen, in Berührung. Die Auswahl war so vielfältig, dass es ihr jedes Semester schwer gefallen sei, sich zu entscheiden.
Beruflich hat sie sich dafür entschieden, die Berliner Landespolitik journalistisch zu begleiten. Seit 2017 war sie in verschiedenen Redaktionen des rbb tätig, so bei der Jugendwelle Fritz oder beim Inforadio. Vor drei Jahren begann sie als landespolitische Korrespondentin für die Abendschau zu berichten. Ob bei Live-Schalten aus dem Abgeordnetenhaus oder auf Parteitagen – als Reporterin war sie viel unterwegs. Vor einem Jahr hat sie erfolgreich an einem Moderations-Casting teilgenommen und ist ins Studio gewechselt: Seither präsentiert sie die rbb24 Abendschau, die täglich über 300.000 Zuschauer:innen erreicht. Gleich geblieben ist, dass sie viele Gespräche führt – nicht nur mit Studiogästen. Seit sie eines der Gesichter der Abendschau ist, wird sie auch im Alltag vermehrt angesprochen: im Supermarkt, in der U-Bahn oder im Fitnessstudio: „Das ist und bleibt ungewohnt, aber es sind auch viele nette Begegnungen und tolle Gespräche, die sich daraus ergeben.“ Daran merkt sie immer wieder, wie nah man durch regionale Berichterstattung an den Leuten ist – und das ist es, was sie an ihrem Job so schätzt. Im Ordner „ Fotos Leonie Schwarzer“ liegen Pressefotos und einige Screenshots. Gerne verwenden, was am besten passt, von der Qualität geht.
