Neues aus dem OSI
VON MAYUMI SALAZAR
OSI bekommt Departmentstruktur
Das OSI setzt den seit 2023 diskutierten Übergang vom klassischen Lehrstuhl- zum Departmentmodell nun schrittweise um, das legte der Institutsrat fest. Die schlanke administrative Struktur dieses Modells soll Kosten sparen, was angesichts der Kürzungen im Doppelhaushalt 2026/27 dringend nötig ist. In fünf bis zehn Jahren soll die Neustrukturierung des OSI abgeschlossen sein. In einer Departmentstruktur wären die wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen nicht mehr einzelnen Professor*innen zugeordnet, sondern würden flexibleren „Fachgruppen” zugewiesen. – Wegen der Kürzungen werden alle auslaufenden Stellen am OSI außerdem vorerst nicht neu besetzt. Wie die daraus entstehende Arbeitsbelastung gerecht verteilt werden soll, ist noch umstritten.
OSI-Mensa öffnet wieder
Die leerstehende „OSI-Mensa“ im dritten Stock der Ihnestraße 21 wird zum Wintersemester 2026/27 probeweise wieder eröffnet, das bestätigte die Pressestelle der FU. Eine offizielle Ankündigung steht aber noch aus. Nach einer Testphase könnte der Vertrag mit dem neuen Pächter verlängert werden und die OSI-Student*innen so auch langfristig wieder eine eigene Mensa bekommen. Bisherige Gespräche mit Interessenten für die OSI-Mensa waren angesichts der angespannten wirtschaftlichen Lage in der Gastronomiebranche sowie wegen des herausfordernden Standorts der Kantine gescheitert.
Personalwechsel am Methoden-Lehrstuhl
Nach 19 Jahren am OSI geht Prof. Dr. Dieter Ohr in Rente. Seine Professur der Empirischen Politikwissenschaft wird von Dr. Bruno Castanho Silva, zurzeit noch Juniorprofessor, übernommen. Prof. Dr. Dieter Ohr promovierte 1995 in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität Köln. Er forschte vorwiegend zu Wählerverhalten in Deutschland und politischer Kommunikation, seit dem Sommersemester 2007 hielt er Vorlesungen zur „Methoden der empirischen Politikwissenschaft“ sowie „Methoden der quantitativen Datenanalyse“ für Monobachelor-Studierende. Sein Nachfolger Bruno Castanho Silva promovierte 2017 an der Central European University in Budapest, arbeitete danach am Cologne Center for Comparative Politics und ist seit dem Sommersemester 2023 Juniorprofessor an der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind neben quantitativen Methoden der Populismus in Europa und den Amerikas sowie Soziale Medien und Politik.
Entscheidung über Anwesenheitspflicht vertagt
Die Entscheidung über eine Anwesenheitspflicht am OSI wurde vom Institutsrat auf Ende des Wintersemesters verschoben. Neben rechtlichen Bedenken wird noch um grundsätzliche Fragen der Universitätskultur gerungen. Außerdem sollen Mindeststandards für die Umsetzung der Anwesenheitspflicht erarbeitet werden, damit sie in allen Veranstaltungen ähnlich gehandhabt wird. Parallel dazu wird ein Diskussionsprozess innerhalb der Studierendenschaft zum Thema Anwesenheitspflicht angestoßen. Die Debatte um eine Anwesenheitspflicht war einstimmig von den OSI-Professor*innen initiiert worden. Sie sorgen sich angesichts sehr unterschiedlich ausgeprägter Teilnahme und häufiger Abwesenheit um die Qualität ihrer Lehre. Die Fachschaftsinitiative der Studierenden (FSI*OSI) lehnt eine solche Pflicht ab. Die Regelung treffe die sozial schwächsten und hemme extracurriculares Engagement.
Chojnacki ist wieder FU-Vizepräsident
Prof. Dr. Sven Chojnacki ist am 10. Juni 2026 vom Erweiterten Akademischen Senat als Vizepräsident der Freien Universität Berlin wiedergewählt worden. Chojnacki ist Friedens- und Konfliktforscher am OSI und wurde mit drei weiteren Professor*innen gewählt. Die Vizepräsident*innen treten ihre Amtszeit am 6. Juli offiziell an. Chojnacki amtiert bereits seit 2022 und wird sich in seiner Funktion weiterhin um den Bereich Studium, Lehre und Lehrkräftebildung kümmern.
Nora-Schimming Promenade
Wie bereits berichtet, soll die Promenade direkt am OSI, die entlang des U-Bahngrabens bis zur Clayallee reicht, auf Vorschlag der OZ nach Nora Schimming benannt werden. Das hat inzwischen die Bezirksverordnetenversammlung beschlossen. Nora Schimming war Studentin von OSI und FU, kämpfte für die Unabhängigkeit Namibias und kam als dessen erste Botschafterin zurück nach Deutschland. Zurzeit finden Absprachen zwischen der FU und dem Bezirksamt statt über den genauen Verlauf der Promenade und deren Ausschilderung. Ein Plan aus dem Bezirksamt zeigt, dass die Promenade bis direkt vor die Tür des OSI-Neubaus, Ihnestraße 21, reichen soll. Zur derzeit für den Herbst geplanten Einweihung ist eine gemeinsame Veranstaltung vorgesehen, die auf Seiten des OSIs von der Leiterin des Arbeitsbereiches für Vergleichende Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Politik und Gesellschaft in Afrika, Prof. Anja Osei, betreut werden wird.
